Wie viel Mieterhöhung ist 2026 in Österreich erlaubt?
Seit 1.1.2026 gilt das MieWeG: Die Wertsicherung darf nur einmal jährlich und nur zum 1. April angewendet werden. Im Vollanwendungsbereich des MRG ist die Erhöhung 2026 mit 1 Prozent gedeckelt, 2027 mit 2 Prozent, bei Richtwert, Kategorie und angemessenem Mietzins gleichermaßen. Daneben gilt die 3-Prozent-plus-Hälfte-Regel. Verrechnet werden darf immer nur der niedrigere Wert aus Vertragsklausel und gesetzlicher Grenze.
Was ist die Parallelrechnung nach MieWeG?
Zwei Rechnungen nebeneinander: die Erhöhung laut Wertsicherungsklausel und die gesetzlich zulässige Erhöhung. Angewendet werden darf nur der niedrigere der beiden Werte. Der Rechner oben führt beide durch und weist sie getrennt aus, auch zum Ausdrucken als Beilage zum Erhöhungsschreiben.
Ab wann wirkt die Mieterhöhung?
Ausschließlich zum 1. April (§ 1 Abs 4 MieWeG). Bestehende Mieter müssen mindestens 14 Tage vorher schriftlich informiert werden. Wer das im März versäumt, verliert das ganze Jahr und kann erst zum nächsten 1. April erhöhen. Der Termin gehört in den Kalender, nicht ins Gedächtnis.
Gilt die Mietpreisbremse auch für Einfamilienhäuser?
Nein. Objekte im Vollausnahmebereich des MRG, etwa Ein- und Zweifamilienhäuser, sind vom MieWeG nicht erfasst. Dort gilt die vertragliche Wertsicherungsklausel in voller Höhe.
Was passiert, wenn ich zu viel erhöhe?
Der übersteigende Teil ist unwirksam. Mieter können zu viel bezahlte Beträge bis zu 5 Jahre zurückfordern, bei missbräuchlichen Klauseln bis zu 30 Jahre. Dazu kommt ein Mieter, der ab dann jede Abrechnung prüft.
Mein Vertrag wurde jahrelang nicht erhöht, was gilt für Altverträge?
Hier wird eine Einfädelung mit kumulierten Jahres-Tranchen vertreten, unter anderem von der WKO. Das kann mehr erlauben als der einzelne Jahresdeckel. Gesicherte Rechtsprechung gibt es dazu noch nicht. Der Rechner setzt den konservativen Wert an und weist bei Altverträgen darauf hin.
Wie hoch darf die Miete bei einer Neuvermietung sein?
Das hängt am MRG-Bereich. In der Vollanwendung rechnen Sie vom Richtwert Ihres Bundeslandes mit Zu- und Abschlägen, bei Wohnungen über 130 Quadratmeter kommt der angemessene Mietzins in Betracht. In der Teilanwendung und bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist der Mietzins frei vereinbar. Zu hoch angesetzt bedeutet im Vollanwendungsbereich ein Mietzinsüberprüfungsverfahren samt Rückzahlung. Alle neun Richtwerte stehen in der
Tabelle oben, mehr dazu im Beitrag
Wohnung vermieten.
Wie hoch ist der Richtwert 2026 in meinem Bundesland?
Seit 1. April 2026 reichen die Richtwerte von 6,15 Euro je Quadratmeter im Burgenland bis 10,35 Euro in Vorarlberg. Oberösterreich liegt bei 7,30 Euro, Wien bei 6,74 Euro, Niederösterreich bei 6,92 Euro. Alle neun Werte stehen in der
Tabelle. Der Richtwert ist der Ausgangswert für die mietrechtliche Normwohnung, nicht die zulässige Miete.
Wie lange muss ich befristen?
Privat drei Jahre, unternehmerisch fünf. Die Mindestdauer gilt auch für jede Verlängerung (§ 29 Abs 4 MRG). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es gar keine Mindestdauer. Für die Dauer der Befristung ist im Vollanwendungsbereich ein Abschlag von 25 Prozent zu machen, und der fällt nur weg, wenn der Vertrag nachweislich in ein unbefristetes Verhältnis übergeht.
Darf ich die Betriebskosten pauschal verrechnen?
Im Vollanwendungsbereich nur als Akontozahlung mit jährlicher Abrechnung bis Ende Juni. Eine echte Pauschale ohne Abrechnung hält dort nicht. In der Teilanwendung ist eine Pauschale möglich, wenn sie im Vertrag sauber steht. Der Katalog des § 21 MRG ist abschließend, Reparaturen gehören nie hinein.
Wer zahlt die Maklerprovision bei der Vermietung?
Der Erstauftraggeber. Haben Sie als Vermieter beauftragt, zahlen Sie die Provision, nicht der Wohnungssuchende (§ 17a MaklerG, seit 1. Juli 2023). Beim Kauf gilt das Bestellerprinzip nicht, dort können beide Seiten zur Provision herangezogen werden.
Was ist mit dem Schwellenwert in meiner Klausel?
Übliche Klauseln lösen erst aus, wenn die Indexsteigerung den vereinbarten Schwellenwert überschreitet, oft 5 Prozent. Der Rechner prüft das mit. Maßgeblich bleibt der konkrete Vertragstext.
Gilt das auch für Geschäftsraummieten?
Das MieWeG betrifft Wohnungsmieten. Für Geschäftsräume gelten die vertraglichen Wertsicherungsklauseln, dort ist aber die Judikatur zur Klauselwirksamkeit zu beachten.
Woher stammen die Rechenregeln?
Mieten-Wertsicherungsgesetz (BGBl. I Nr. 114/2025) und 5. Mietrechtliches Inflationslinderungsgesetz, dazu MRG und Richtwertgesetz. Die Indexreihen zieht die Seite automatisch von der Statistik Austria. Rechtsstand Oktober 2026, bei Novellen wird der Rechner nachgezogen.